Vier Tage auf Gletscherkurs – Hochtour im Krimmler Achental
Vier Tage lang unterwegs zwischen Fels, Firn und Seil – unsere Hochtour im Nationalpark Hohe Tauern bot nicht nur atemberaubende Landschaft, sondern auch jede Menge praxisnahes Training. Von Gletscherbegehung über Seiltechniken bis zur Spaltenrettung: Ein perfektes Zusammenspiel aus Naturerlebnis und alpiner Ausbildung.
Tag 1 – Anreise ins Hochgebirge
Treffpunkt war am Morgen in Starnberg. In Fahrgemeinschaft ging es nach Krimml, wo bereits das erste kleine Abenteuer auf uns wartete: das Hütten-Taxi. Die Fahrt führte durch das wunderschöne Krimmler Achental – vorbei an saftigen Wiesen, begleitet vom klaren Gebirgsfluss, bis zur Materialseilbahn.
Von dort aus stiegen wir noch etwa eine Stunde bei Sonnenschein und milden Temperaturen zur Warnsdorfer Hütte (2.336 m) auf. Schon am Nachmittag starteten die ersten Kursinhalte: Kartenlesen und Tourenplanung. Danach ging es mit Steigeisen und Pickel los zum Krimmler Kees.
Über Gletscherschliffplatten erreichten wir den aperen Gletscher und übten zunächst ohne, dann mit Steigeisen verschiedene Geharten – bergauf, bergab und seitlich. Am Abend wieder in der Hütte, rundeten Knotentraining und eine gemütliche Runde den ersten Tag ab.
Tag 2 – Unterwegs in Seilschaft
Nach einem kräftigen Frühstück brachen wir erneut zum Krimmler Kees auf – diesmal voll ausgerüstet mit Sitzgurt, Seil, Steigeisen und Pickel. Im Fokus stand das Gehen in Seilschaft und das Üben wichtiger Seiltechniken.
Ein ernstes Thema begleitete uns: Der Klimawandel lässt die Gletscher rasant schrumpfen und erhöht die Steinschlaggefahr. Diese Entwicklung konnten wir direkt vor Ort beobachten.
Am Nachmittag zog schlechtes Wetter auf. In der Hütte nutzten wir den Übungsraum, um die Spaltenrettung mit loser Rolle zu trainieren – eine wertvolle Technik, die im Ernstfall Leben retten kann.
Tag 3 – Anker setzen & Bremsen im Firn
Der Tag begann mit Regen und Nebel, also ging es vormittags nochmals in den Übungsraum: Abseilen und unterschiedliche Techniken des Aufstieg am Seil standen auf dem Programm.
Nach dem Mittag besserte sich das Wetter und wir machten uns auf zum Gams-Spitzl (ca. 1 h Gehzeit). Von dort erreichten wir den firnbedeckten Gletscher am Maurer Kees – ideales Gelände, um den „Toten Mann“ zu setzen. Wir testeten den Fixpunkt zu dritt – er hielt einwandfrei.
Mit viel Elan übten wir anschließend das Bremsen im Firn, bevor wir etwas durchnässt, aber bester Laune zur Hütte zurückkehrten.
Tag 4 – Abschied im Regen
Der letzte Tag begann mit dichter Wolkendecke und Regen – die geplante Tour fiel sprichwörtlich ins Wasser. Stattdessen wiederholten wir Abseilen, Prusiktechniken und Spaltenrettung.
Mittags stiegen wir zur Materialseilbahn ab, wo uns der Hüttenwirt nach Krimml zurückbrachte.