Auswahl des Architekturbüros und Stand der Planung
Im März 2025 wurden vier eingereichte Architekturkonzepte im Rahmen einer strukturierten Bewertungsrunde detailliert geprüft. Neben der ehrenamtlichen Hüttenkommission nahmen auch Vertreter der Bundesgeschäftsstelle an diesem Auswahlprozess teil. Nach intensiven Gesprächen und mehreren anschließenden Beratungsterminen entschied sich die Sektion schließlich für das Starnberger Architekturbüro Raumstation.
Den Planungen liegt eine umfassende Vermessung und Bestandserfassung aus dem Jahre 2024 zugrunde, die erstmals seit langer Zeit ein präzises Bild der baulichen Substanz der Hörnlehütte vermittelt. Diese Bestandsaufnahme war essenziell, um realistische Lösungswege zu entwickeln – sowohl hinsichtlich der notwendigen Maßnahmen als auch im Hinblick auf die wirtschaftlichen Machbarkeiten. Sie sind die digitale Grundlage für alle neuen Grundrisse, Schnitte und Ansichten.
Im Zuge der Vorplanung konnten bereits erhebliche Optimierungen erzielt werden: Durch die gezielte Verkleinerung einzelner Gebäudeteile gelang es, rund ein Viertel der ursprünglich prognostizierten Baukosten einzusparen. Gleichzeitig wurde ein Grundriss erarbeitet, der die Basis für die weiteren Planungen bildet. Diese soll bis Ende März 2026 abgeschlossen sein und eine grobe Kostenschätzung in eine belastbare, detaillierte Kostenberechnung überführen. Die Planungen werden dann bei der Bundesgeschäftsstelle zur Bewertung und mit einem Antrag auf Förderung eingereicht.
Einbindung von Fachplanern und technische Rahmenbedingungen
Neben den Architekten sind mittlerweile zahlreiche Fachdisziplinen in den Prozess integriert: Bodengutachter, Tragwerksplaner, Brandschutzexperten, Gastronomieberater sowie Bauphysiker. Diese breite fachliche Aufstellung zeigt, wie komplex die Gesamtmaßnahme ist und wie viele Einflussfaktoren berücksichtigt werden müssen. Nicht unerwähnt bleiben hier die Planungskosten, die damit einhergehen, aber die Entwurfsplanung auf sehr fundierte Ergebnisse stellen.
Ein wesentliches technisches Thema ist zudem die geplante Verlegung des Trafos der Bayernwerke. Dieser soll voraussichtlich 2026 aus den bisherigen Innenräumen der Hütte in den Außenbereich versetzt werden – ein notwendiger Schritt, um die neuen Lebensmittellagerräume eines Tages überhaupt realisieren zu können.
Fördermöglichkeiten und finanzielle Rahmenbedingungen
Trotz der umfassenden Planung und der Bedeutung der Hütte für das regionale Wegenetz und die Gemeinde Bad Kohlgrub kann derzeit von der Bundesgeschäftsstelle des DAV nicht zugesichert, werden, dass dem Projekt eine Förderung zuteilwird. Das gesamthafte Antragsvolumen und die Priorisierung seitens des Hauptverbandes bei begrenzten Mitteln sind ausschlaggebend. Die DAV-Einstufung der Hütte in die Kategorie 2, - Seilbahnanschluss und bedingt per Kfz zu erreichen – erschwert die Förderung nach geltenden Regeln des DAV. Eine erste Einschätzung nach Eingang der Anträge im Mai 26 zu erwarten und eine Entscheidung über die Fördermittel im November 26. Auch die Finanzierung der nötigen Mittel seitens DAV und gegebenenfalls eine Bürgschaft des DAV bei Bankkredit sind zu klären. Zusammenfassend ist es eine enorme Herausforderung für die Sektion Starnberg, sich auf so lange Zeit gegenüber Gläubigern zu verpflichten.
Zu erwähnen ist aber gleichzeitig auch die laufende Unterstützung in den Entscheidungsprozessen: Der eingeschlagene Weg sei fachlich richtig und wichtig. Insbesondere die Entwicklung eines zukunftsfähigen, nachhaltigen Gesamtkonzepts wurde ausdrücklich begrüßt: "Eine Hütte mit diesem Potential und einer außerordentlichen Beliebtheit muss eine große Renovierungslösung erwirtschaften können. Ansonsten läuft was falsch.", so Robert Kolbitsch, Ressortleiter für Hütten und Wege des DAV.
Eine große Herausforderung bleibt die Reduktion des Sanierungsumfangs – und damit der Baukosten – ohne die langfristige Nutzbarkeit der Hütte zu gefährden. Parallel dazu müssen sämtliche Einnahmepotenziale sorgfältig ausgelotet werden.
Verhandlungen, Gespräche und organisatorische Voraussetzungen
Karlheinz Wiendl und Hartmut Emmrich investieren derzeit viel Zeit und Engagement, um die Grundvoraussetzungen für die zukünftige Entwicklung der Hörnlehütte zu sichern. Hierzu zählen zahlreiche Gespräche und Verhandlungen mit den Grundstücksverpächtern, den Wegerechtlern sowie den Betreibern der Schwebebahn, die für die Anlieferung der Lebensmittel eine zentrale Rolle spielt.
Erst wenn diese grundlegenden Punkte geklärt sind, kann der nächste große Schritt – die konkrete Finanzierung und eine mögliche Bankanfrage – verantwortungsvoll erfolgen. Ziel ist es, die Hütte langfristig so aufzustellen, dass sie eines Tages wieder in neuem Glanz erstrahlen kann und sowohl den Ansprüchen des DAV als auch den Erwartungen der Gäste gerecht wird.
Vorbereitung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung – Variantenvergleich
Um der Mitgliederversammlung eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen, arbeitet die Sektion derzeit an der Ausarbeitung verschiedener Szenarien. Diese reichen von sehr kleinen Eingriffen bis hin zu einem umfassenden Neubau. Die Bandbreite zeigt, wie offen die Situation derzeit noch ist und wie wichtig ein strukturiertes, transparentes Entscheidungsverfahren ist.
Hier ein Ausschnitt aus dem Variantenspektrum, das derzeit in Betracht gezogen wird:
- Ganzheitliche Renovierungslösung als vollwertige DAV-Hütte mit Mehrbettzimmern, zeitgemäßen Lagerkapazitäten für Lebensmittel sowie einem ansprechenden Gastronomiekonzept (Konzept Arch. Raumstation).
- Abriss und kompletter Neubau auf Basis der funktionalen und räumlichen Anforderungen aus der vorgenannten ganzheitlichen Lösung.
- Reduzierte Renovierung als Berggasthof ohne Übernachtungen, entwickelt aus Variante einer ganzheitlichen Lösung, die sich an den Mindestanforderungen des DAV für Tagesbetriebe orientiert. Führung als Wirtschaftsbetrieb ohne steuerliche Vorteile der Gemeinnützigkeit.
- Singuläre Lösung zur Erfüllung der Brandschutzanforderungen und zur Schaffung sicherer Fluchtwege im Obergeschoss – ein Konzept, das bereits 2023 und 2024 entwickelt wurde und bereit behördlich genehmigt ist. Die übrigen Risiken bleiben damit ungelöst und sind damit aufgeschoben.
Ausblick
Die kommenden Monate werden entscheidend sein für die Zukunft der Hörnlehütte. Mit jeder Planungsschleife und jedem Gespräch rückt ein klareres Bild näher. Unser Ziel bleibt es, eine Lösung zu finden, die der Bedeutung der Hütte für die Sektion, der Region und der Bergsteigertradition gerecht wird. Die Sektion Starnberg arbeitet mit großem Engagement daran, dass die Hörnlehütte auch in Zukunft ein Ort der Begegnung, der Freude und des Bergsports bleibt.
Der erste Vorsitzende Dominik Dreyer plant am 29. Januar 2026 interessierten Mitgliedern wieder einen aktuellen Bericht im Vereinsheim über den aktuellen Stand der Planungen und Verhandlungen zu geben.